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gel(i)ebtes leben... mein Blogtitel... deshalb, weil man das Leben manchmal liebt und manchmal eben einfach nur lebt. Ansonsten bin ich 26 Jahre alt, verheiratet und seit Februar 2012 Mama eines kleinen Mannes :) Ich weiß nicht so recht, wohin mich (und vielleicht auch euch) dieser Blog führen wird, aber ich denke es wird einfach eine Mischung aus allem, was mich beschäftigt und bewegt, was ich erlebe, worüber ich mich aufrege und, und, und...

Mittwoch, 5. September 2012

Heute mal ernst....

Gerade eben bin ich bei Facebook über einen Post gestolpert und habe ihn mir durchgelesen. Vielleicht eine gute Idee, vielleicht auch nicht.

Brief an einen unbekannten

An und für sich ein toller Blogeintrag. Viele werden ihn lesen und sich evtl. selbst wiedererkennen. Andere werden sich denken "ein Glück habe ich solche Probleme nicht", wieder andere werden ihre Einstellung zum Thema Depressionen evtl. noch einmal überdenken.

Ich konnte ab einem gewissen Satz außer an eine gewisse Sache, die vor fast genau 10 Jahren passiert, an gar nichts mehr anderes denken, als an eben diese.

Der Satz lautet: Ich mag mir nicht ausmalen, wie es dem S-Bahnfahrer geht, den du zum Mordinstrument auserkoren hast. Oder den Leuten, die alles mit ansehen mussten, oder den Einsatzkräften.


Ja, den Leuten, die alles mit ansehen mussten. Denen geht es vermutlich auch nicht so prickelnd. Ich bin auch jemand "der es sich mit ansehen musste". Zwar keinen Sprung vor die S-Bahn. Aber einen Sprung von einer 88m hohen Brücke. 

Passiert ist das alles am 20.08.02. Und dieses Jahr war das erste Jahr, in dem ich NICHT daran gedacht habe.

Ich muss dazu sagen, dass ich am 20.08.04 mit meinem Mann zusammengekommen bin. Also denke ich automatisch an unserem Jahrestag auch an "diese Sache". Dieses Jahr habe ich auch zum ersten Mal unseren Jahrestag vergessen, weil mein Mann auf Montage und sowieso nicht zu Hause ist. Vielleicht habe ich auch deshalb zum ersten Mal nicht an "diese Sache" gedacht. Oder weil dieses Jahr einfach ein gutes Jahr war, weil der kleine Mann geboren wurde und mich ständig beschäftigt.


Aber der Zufall scheint zu wollen, dass ich auch dieses Jahr wieder daran erinnert werde. Dass mir auch nach 10 Jahren der Klang des Aufpralls seines Körpers auf die Felsen in den Ohren hallt, wenn ich daran zurückdenke. Dass ich wieder vor meinem inneren Auge sehe, was sich an diesem Spätnachmittag abgespielt hat, was der Mann anhatte, wie er ausgesehen hat. Wie ich einfach nur geschockt war und meinen Augen nicht trauen konnte, oder wollte. Wie ich damals einfach nicht verstehen konnte, warum er nicht gewartet hat, bis wir weg waren. Warum es ihm einfach egal war, wie es uns damit geht. Auch heute fällt es mir schwer, das zu verstehen.

Er hat sein Leben beendet. Freiwillig. Wir mussten zusehen. Unfreiwillig. Eigentlich ist das nicht fair. Aber man wird ja nicht gefragt.


Seit diesem Ereignis, ist mir indirekt alle 4 Jahre etwas schlimmes passiert. 2006 bin ich Ersthelfer bei einem schweren Autounfall gewesen. 2 schwerverletzte, eine tote.

2010 sind 2 Freunde bei einem Autounfall tödlich verunglückt, kurz danach konnten wir einem Patienten in unserer Ambulanz leider nicht mehr helfen und ich musste das erste Mal in meinem Leben den Zeitpunkt des Todes vermerken. 



Ein bisschen graut es mir ja schon vor 2014, muss ich ehrlicherweise zugeben. Auch wenn ich weiß, dass es schwachsinn ist. Dass es sich um Zufälle handelt. Das ich nach Mustern suche, um mir selbst Dinge zu erklären, deren Sinn man nicht verstehen kann. Egal wie man sich bemüht.

Ganz wohl ist mir trotzdem nicht.


3 Kommentare:

  1. Ich denke immer wieder an dich. Ich finde das, was du schon alles erleben musstest einfach krass. Und ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte. Aber eins musst du dir aus dem Kopf schlagen...dass 2014 was schlimmes passiert... *bussi* (Christine)

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    1. ja, ich will auch nicht so denken, aber ich erwische mich immerwieder dabei. es würde halt ins muster passen....

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